Koi Food Info

Richtige Koiernährung erfordert artgerecht zusammengesetzte, ausgewogene Spezialfutter. Dazu Fingerspitzengefühl, Erfahrung und ständige Beobachtung. Die Fütterung der Fische ist immer ein Höhepunkt am Teich und bietet Gelegenheit, die Tiere sorgfältig zu beobachten und zu kontrollieren.

Koi haben keinen Magen und dadurch kein echtes Sättigungsgefühl. In der Natur finden Fische meist nur über den Tag verteilt einige wenige Futterbrocken, können sich dadurch kaum überfressen und sind zur ständigen Nahrungsaufnahme ("Dauerhunger") bereit. Diese Bereitschaft zur ständigen Nahrungsaufnahme darf nicht dazu verleiten, die Fische ständig zu füttern, der sogen. Dauerhunger ist die vermenschlichte Form der arteigenen ständigen Fressbereitschaft von Fischen.

Die im Freien aufgenommene Naturnahrung hat außerdem fast immer einen sehr hohen Wassergehalt, und ist dadurch wesentlich weniger ernährungsintensiv als die konzentrierten Trockenfutter.

Daraus kann abgeleitet werden: Knapp bemessene, häufige tägliche Futtergaben angepasst an die Nährstoffdichte des verwendeten Futters und natürlich an die Wassertemperatur sind erforderlich und sinnvoll. Die Fische müssen auch nach der Fütterung noch eine gute Fressbereitschaft zeigen.

Die Auswahl der richtigen Körnung

Kleinere Körnungen haben den Vorteil einer langsameren Futtermengen-Aufnahme. Und auch einer etwas besseren Nährstoffverteilung sowie Verdaulichkeit. Die Konkurrenz der Tiere untereinander beim Fressen wird geringer, kleinere Tiere bekommen ebenfalls genügend Nahrung ab.

Im Zweifel wähle man eine kleinere Körnung, auf jeden Fall auch zur Fütterung bei niedrigeren Wassertemperaturen. Sehr empfehlenswert bei unterschiedlichen Koigrößen sind auch Körnungsgemische. Die gröberen Futterkörner werden dann von den lebhaftesten Koi bevorzugt herausgesucht, den anderen bleibt etwas mehr Zeit zum Fressen.

Am gebräuchlichsten sind die 3-6mm Körnungen. Bei sehr großen Koi kann man die gröberen Körnungen 7,5-10mm wählen. Die z.B. auch besonders gut zur zusätzlichen Fütterung aus der Hand geeignet sind, sozusagen als "Leckerli/Snack."

Unsere Angaben zu den Körnungen in mm sind jeweils Anhaltswerte und nicht maßgenau. Sie schwanken etwas durch das unterschiedliche Verhalten der Futtermischungen bei dem Pressvorgang und durch den Abnutzungsgrad der verwendeten Matritze.

Ausschließlich Schwimmfutter füttern?

Wo es technisch möglich ist (z.B. kein Bodenablauf bzw. Ablauf kurz über dem Boden), oder vielleicht eine flachere Futterstelle abseits der Bodenabläufe zur Verfügung steht, kann mit Sinkfutter dem natürlichen Freßverhalten der Koi entgegengekommen werden.

Auch wenn Störe mit im Teich sind, sollte Sinkfutter für Koi - wenigstens teilweise – mitgefüttert werden, da die Koi dieses Futter bevorzugen und dadurch etwas abgelenkt sind. Das spezielle Störfutter hat eine sehr hohe Nährstoffdichte und ist aufgrund seiner Komponenten nicht immer ganz artgerecht für Koi. Zwangsläufig wird es von den Koi mitgefressen und kann bei längerfristig erhöhter Aufnahme zu einer Überversorgung führen.

Eine besondere Bedeutung kommt der Verwendung von leichtverdaulichem Sinkfutter bei niedrigen Wassertemperaturen in Herbst, Winter und Frühjahr zu. Dann ist es ratsam, die Koi nicht mehr von der Wasseroberfläche fressen zu lassen. Die zeitweise Zugabe von etwas Sinkfutter hat noch einen Nebeneffekt: Durch die Bewegung der Fische am Teichgrund wird dieser - besonders bei Bodenabläufen - sauber gehalten. Natürlich nicht zu dicht an den Bodenabläufen und nur wenig - einstreuen.

Fast immer wird im Normalfall bei der Koifütterung bevorzugt Schwimmfutter eingesetzt. Entsprechend groß ist die Auswahl im Futterangebot. Man hat eine wesentlich bessere Kontrolle über Tiere und Futteraufnahme. Die meisten Koi lernen schnell die Futteraufnahme von der Wasseroberfläche.

Die praktische Fütterung

Richtig gefütterte Koi kommen bei Bewegungen am Teich freudig und "hungrig" angestürmt. Ist Fütterungszeit, gibt man breit verteilt - in mehreren kleinen Mengen - an gleicher Stelle soviel Futter, wie ziemlich schnell, etwa in 1-2 Minuten aufgenommen wird. Die häufig angegebenen 5-10 Minuten sind fast immer zu lange. Sehr bewährt hat sich die etwas verlängerte Fütterung in vielen, ganz kleinen Prisen. Dabei kann man gezielt den Fischen, auch den etwas schüchternen das Futter zuwerfen, alle bekommen etwas ab. Die Fische bleiben in ständiger Bewegung - sie müssen jedes Körnchen "fangen".

Nach einer kleinen Pause werden die Koi noch einmal, etwas verhaltener nach Futter betteln und erhalten nun noch einmal eine gleiche, oder eine etwas kleinere Menge, darauf achtend, daß alle Tiere etwas abbekommen. Dann ist Schluß für diese Futtergabe, auch wenn die Fische erneut so tun, als wären sie hungrig.

Nach Möglichkeit soll die Gesamt-Tagesration auf mindestens 3/4, besser 5 oder auch 6 Rationen (Gesamtmenge siehe nächster Abschnitt) aufgeteilt in der geschilderten Form gefüttert werden. Eine noch höhere Futterfrequenz ohne Erhöhung der Gesamt-Futtermenge kommt den natürlichen Verhältnissen am nächsten und fördert Gesundheit, Wachstum und Futterausnutzung. Besonders junge Koi sollten zur Erzielung einer guten Größenentwicklung bei guten Umgebungsverhältnissen ca. 10x am Tag Futter erhalten.

Besteht tagsüber keine Möglichkeit selbst zu füttern, sollte über einen Futterautomaten nachgedacht werden, der zumindest einige zusätzlich Fütterungen übernehmen könnte.

Für sparsames "Zwischendurch" eignen sich dann verschiedene Beifuttermittel je nach Verfügbarkeit und Gewohnheit. Immer in Maßen und darauf achtend, bekömmliche Futterstoffe zu verwenden (z.B. Trockenkrebschen, stärkearme Snacks, auch Salat usw.)

Am Nachmittag und auch abends ist meist die größte Fresslust bei den Fischen, aber dann maßvoll füttern, und nicht zu spät am Abend. Normalerweise zeigen Fische auch morgens eine gesteigerte Fressbereitschaft. Sofern diese nicht vorhanden ist und auch nicht angewöhnt werden kann, sollten die Sauerstoffwerte überprüft werden. In der Nacht verbrauchen alle grünen Pflanzen und Algen ziemlich viel Sauerstoff, in vielen Teichen herrschen am Morgen sehr niedrige Sauerstoffwerte. Bei Knappheit reagieren die Koi dann sofort mit verhaltener Futteraufnahme.

Einer der Gründe für die Empfehlung am Abend weniger zu füttern ist daher die nächtliche Sauerstoffverminderung (die Verdauung erfordert große Mengen an Sauerstoff), ein weiterer aber auch die erfolgende Abkühlung des Teichwassers. Wobei in den Sommermonaten bis ja spätabends noch Tageslicht ist. Im allgemeinen sollte daher auch nachts stärker durchlüftet werden - am Tage dann weniger.

Es empfiehlt sich, - sozusagen als gesunde Verdauungshilfe - auch etwas später am Abend vorgeweichte Süßwassershrimps (und, oder Gammarus) - auch leichtverdauliche Milchsäuresnacks zuzufüttern. Die Koi werden dieses nach kurzer Gewöhnungszeit nicht mehr missen wollen!

Wieviel soll gefüttert werden?

Auch wenn es meist sehr schwer fällt, für das gesunde Gedeihen der Koi ist es am günstigsten, wenn sie insgesamt etwas knapp gehalten werden. Es gibt eine Regel in der Tierernährung: Je weniger Futter man gibt, desto höher ist die Verwertung der Gesamtration. Oder umgekehrt - je mehr man füttert, umso schlechter wird die Gesamtration verwertet, und, es wird entsprechend mehr unverwertet (wasserbelastend) ausgeschieden. Sinngemäß kann das auf die Häufigkeit der Futtergaben übertragen werden.

Wer es schafft, sollte die Tiere auch etwa einmal in der Woche garnicht oder nur mit ein wenig Beifutter füttern.

Die Tagesration ist abhängig von Alter und Größe der Koi, den Wassertemperaturen (dem Sauerstoffgehalt!) und der Nährstoffdichte des verwendeten Futters.

Als grobe Orientierung gibt man mittleren, wachsende Koi pro Tag etwa 0,8-1,2 % ihres Körpergewichtes an Futter (die Menge ist natürlich auch sehr abhängig von der Nährstoffdichte/-verfügbarkeit des verwendeten Futters - diese Angaben beziehen sich auf unsere Futtersorten für hohe Leistungen), größeren und älteren nur etwa 0,5 -0,8 % bei optimalen Wasser- und Temperatur- und Sauerstoffverhältnissen - verteilt auf mindestens 3, besser 4/5 malige Gaben am Tag. Bei niedrigeren Temperaturen (unter z.B. ca. 16/17°) bereits wesentlich weniger. Und, wichtig: Die Fische fressen nicht immer gleich viel. Viele Faktoren beeinflussen die Fresslust, man sollte dies bei der Abmessung der Futtermenge stets berücksichtigen und die Futtergaben unterbrechen, wenn die ersten Koi verringerte Fresslust zeigen.

Besser als diese zahlenmäßigen Anhaltspunkte ist jedoch die Fütterung nach Beobachtung der Koi und den Hinweisen im vorherigen Kapitel.